16.01 – 18.01.2020
Nach ganzen vierzehn Stunden Busfahrt hieß es „Goodbye Rainbow Beach“ und „Hello Airlie Beach“! Morgens kamen wir hier in Airlie an und wurden direkt mit strahlendem Sonnenschein und tropischen Temperaturen begrüßt.

Es stand eine Nacht im Hostel „Magnums“ an, welches hüttenartig echt ziemlich süß eingerichtet war – man fühlte sich hier wie in einem kleinen Dschungel 🙂

An diesem Abend gingen wir auch aus, da wir bereits gehört hatten, dass man hier in Airlie Beach gut Party machen kann, jedoch mussten wir feststellen, dass unter der Woche so ziemlich tote Hose war: Wir waren in einigen Bars und Clubs, in denen teilweise nur unsere Gruppe drin war, bevor wir dann in einem landeten, der relativ gut besucht war. Diese Nacht war Karaokenacht, und alle tanzten auf den Tischen: Der letzte Abend vor unserer anstehenden Tour war also doch noch ein kleiner Erfolg!
Am nächsten Morgen hieß es dann um 10:00 Uhr auschecken und abfahrbereit machen: Es ging nun für drei Tage auf den Katamaran „Wings“!

Das Wetter war traumhaft und wir waren alle mehr als ready für drei Tage auf dem Wasser. Sobald alle an Bord gegangen sind, gab es eine kleine Begrüßung und anschließend fuhren wir zwei Stunden hinaus. Diese Zeit nutzten wir, um es uns auf den bequemen Netzen vorne am Boot hinzulegen, uns zu bräunen und ein kleines Schläfchen zu halten – mit dem Meeresrauschen und dem (manchmal mehr, manchmal weniger) sanftem Auf und Ab der Wellen wirklich sehr entspannend.
Nun gab es einen kleinen Snack, bevor wir kurz darauf Schnorchelequipment bekamen, und mit einem kleineren Schlauchboot zu unserem ersten Schnorchelspot gefahren wurden: Hier bei Airlie erstrecken sich die ersten Ausläufer des berühmten Great Barrier Reefs, und direkt nach zehn Minuten stießen wir neben allerlei bunten Fischen auch auf eine Schildkröte, welche gemächlich über das Korallenriff glitt. Es war wirklich faszinierend, vor allem der Panzer war ein richtiges kleines Kunstwerk! Ich schwamm ein Stückchen mit der Schildkröte mit, bevor ich sie aus den Augen verlor und mich wieder in Richtung des Riffs begab. Es machte wirklich einen Riesenspaß, abzutauchen und die ganze Unterwasserlandschaft aus nächster Nähe zu betrachten – natürlich jedes Mal mit der größten Vorsicht, dieser keinen Schaden durch ungelenke oder ruckartige Bewegungen zuzufügen. Nach unserem ersten Schnorchelerlebnis beim Great Barrier Reef gab es Lunch, und in den nächsten Tagen war ich jedes Mal aufs Neue positiv überrascht von dem Essen, welches uns gekocht wurde: Es war wirklich lecker, und es gab immer viel Auswahl! Nachdem jeder seinen Hunger gestillt hatte, versammelten wir uns alle im Gemeinschaftsraum, und besprachen mit der dreiköpfigen Crew unseren Plan für die nächsten, noch verbleibenden zwei Tage. Außerdem wurden uns viele Fotos der einheimischen Tier – und Pflanzenarten der Unterwasserwelt gezeigt, auf welche wir hoffentlich alle in den nächsten Tagen vermehrt treffen würden. Spätabends legten wir uns dann auf die Netze, welche wir zu unseren Lieblingsspot erkoren hatten, hörten leise Musik und genossen den nächtlichen Sternenhimmel: Es war eine sehr klare Nacht, und der Himmel war gespickt mit unzähligen Sternen, welche im sanften Licht auf uns herabschienen. Die Milchstraße zog sich über uns entlang, ebenso wie einige Sternenbilder. Es war wirklich ein unglaublicher Anblick, und zusammen mit der entspannten Musik entstand ein einzigartige Stimmung: Ich fühlte mich plötzlich so klein und meine Probleme und Sorgen schrumpften für diesen Moment und kamen mir so unbedeutend vor. Andächtig hing jeder seinen Gedanken nach, und kurz bevor wir dann drohten einzuschlafen, rafften wir uns auf und gingen hinunter in unsere Betten unter Deck: Meins war oben und durch ein kleines Fenster konnte ich gut den Wasserspiegel beobachten.

Es war zwar klein, jedoch auch auf eine gewisse Weise gemütlich, und der Raum war klimatisiert, was wir hier in Australien ziemlich schnell zu schätzen gelernt haben. So richtig einschlafen konnte ich aber noch nicht, weshalb ich noch lange mit meinem Kindle las, bis mir dann auch schlussendlich die Augen zufielen. Am nächsten Morgen wurden wir um 7:00 Uhr geweckt, worauf es dann ein leckeres Frühstück gab. Gestärkt machten wir uns dann mit unserem Katamaran auf den Weg zur Anlegestelle für die berühmte Whitsunday-Island, welche bei Ebbe die bekannten Sandwirbel aufwied, die sich über eine große Fläche erstreckten. Nach einem zehnminütigen Walk erreichten wir den riesigen, weißen Sandstrand, die Low-Tide war gerade dabei, sich ganz auszubilden.
Der Strand war unglaublich weiß, sogar noch feiner und heller als der des Lake McKenzies auf Fraser Island.

Wir blieben dort circa eine Stunde, machten natürlich Bilder und legten uns in das wirklich kristallklare, durchsichtige Wasser.

Als wir einmal knietief reingingen, sahen wir sogar einen Lemonshark einige Meter neben uns entlangschwimmen. Diese Lemonsharks sind vielleicht so lang wie mein ganzer Arm, echt harmlos und supersüß anzusehen. Irgendwann machten wir uns dann wieder auf den Weg zum Sammelpunkt unserer Gruppe, von wo aus es dann auf einem Wanderweg hochging zu den Aussichtspunkten. Es waren insgesamt drei Aussichtsplattformen in unterschiedlichen Höhen, von welchen aus man eine wunderschöne Aussicht auf die Whitsundays hatte – eine richtige Postkartenaussicht war das 🙂


Als ich meinen Blick über die ganze Szenerie gleiten ließ wurde mir wieder richtig bewusst, wie lange ich bereits davon träumte, genau hier zu stehen und all das zu erleben, was ich gerade nun wirklich tat. Es erschien mir plötzlich wieder so unwirklich, und mir wurde nochmal klar, wie schnell Die Zeit hier vergehen würde und dass ich schon bald wehmütig auf diese Erlebnisse zurückblicken werde. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf genoss ich die Aussicht nochmal mehr.
Irgendwann ging es dann den Weg wieder hinunter zum Strand, wo schon das kleine Schlauchboot wartete welches uns zurück auf den Katamaran bringen würde. Der Himmel hatte sich inzwischen ziemlich zugezogen, und sobald wir wieder an Bord waren, fing es auch an richtig zu schütten – was für ein Glück wir gehabt hatten, dass es vorhin schön war! Während wir wieder Fahrt aufnahmen, gab es Lunch, welches wir diesmal drinnen gegessen hatten. Es stand eine etwas längere Fahrt bevor, und wir verkrochen uns alle in unseren Betten und hielten einen kleinen Powernap. Über meinem Bett befand sich ein kleines, längliches Guckfenster, gegen das nun der Regen prasselte. Der Anblick des unruhigen Wellengangs und des Regens hatte irgendwie eine einschläfernde Wirkung, und mir fielen auch kurz darauf die Augen zu. Wir wurden wach, als der Katamaran langsamer wurde: Der nächste Schnorchelspot war erreicht! Wir zogen uns die Neoprenanzüge an, schnappten uns das Schnorchelequipment, und schon ging es los. Das Wetter hatte sich zwar noch nicht vollkommen wieder beruhigt, jedoch war es im Wasser selbst angenehm warm und wir konnten wieder eine ganze Menge sehen. Zurück an Bord gab es Snacks, und kurz darauf auch schon Dinner. Wir setzten uns zum Essen draußen unter den Regenschutz und während wir aßen bot sich am Horizont ein echt schönes Schauspiel: Die düsteren Wolken, welche den Himmel bedeckten, wurden von der untergehenden Sonne und deren letzten, kupfergoldenen Strahlen durchbrochen, hier und da war lautes Donnern zu hören und alle fünf Minuten zogen sich feine Blitze wie kleine Äderchen durch den Himmel.
Zwar waren wir auf dem Wasser, aber es war eher ein schönes als furchteinflößendes Schauspiel, solch ein Tropengewitter aus der Nähe anzusehen. Den Abend verbrachten wir mit Kartenspielen, hauptsächlich UNO, was teilweise etwas verwirrend war, da jedes Land dieses Spiel mit teilweise eigenen Regeln spielte, und nun erstmal neue allgemeine Regeln aufgestellt werden mussten. Es war eine sehr lustige Runde, und ein weiteres Bier rundete diesen letzten Abend an Board der „Wings“ sehr schön ab. Der nächste Morgen bestand an sich nur noch aus der Fahrt zurück an den Hafen von Airlie Beach, wo unsere Tour vor drei Tagen startete. Diese letzten paar Stunden lagen wir auf dem Sonnendeck, bräunten uns, und ich beendete ein weiteres Buch auf meinem Kindle.

Gegen 11:00 Uhr erreichten wir den Hafen, und ein weiteres Highlight dieser ganzen Tour fand ihr Ende.
Ein wundervoller, farbenfroher Bericht, der deine ganze Abenteuerlust und Lebensfreude widerspiegelt!
Nur eine Anmerkung zu deiner Haisichtung: ich glaube nicht dass es sich um einen Zitronenhai gehandelt hat, da er in Australien nicht verbreitet ist. Und noch eine kurze Anmerkung von Taucher zu Taucher ; o): tatsächlich gehört der Zitronenhai zu den sieben Spezies die für den Menschen potentiell gefährlich sind, da er sich ziemlich unberechenbar verhält und leicht provoziert ist.
Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß bei Deiner Reise!
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Danke 🙂 Es hat sich bei dem Hai wahrscheinlich um einen Babylemonshark gehandelt, da sich diese vermehrt in den seichten Gewässern der Whitsundays aufhalten, solange sie noch klein sind.
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