22.01. – 26.01.2020
Hello Cairns! Nach weiteren Stunden Busfahrt hatten wir Townsville und Magnetic Island entgültig verlassen und erreichten nun den letzten Stopp auf unserem Eastcoast-Trip: Cairns. Nachdem wir abends dann im Hostel eincheckten, war auch eigentlich die Luft schon raus (was zum Teil bestimmt auch an der extrem hohen Luftfeuchtigkeit lag), und wir verbrachten den ersten Abend entspannt in der Hostelanlage. Am nächsten Tag ging es früh raus, die Wasserfall-Tour stand an: Mit einem Bus und einer kleinen Reisegruppe machten wir uns auf den Weg in den Regenwald um Cairns. Noch nie hatte ich so einen Wald gesehen, der so voller Leben und Farbe war.

Egal wohin man schaute bot sich ein anderes Bild, und es klang noch intensiver, als das Tropenhaus des Zoos in Hamburg: Ich hätte nie gedacht, dass es wirklich so ist im Regenwald!

Wir gingen ein gutes Stück zu einer Aussichtsplattform, wo sich ein weiterer wunderschöner Ausblick bot.

Der nAEchste Stopp unserer Tour waren die sogenannten Millaa-Millaa Falls, wo ich aber nach kurzem hineingehen entschieden hatte, besser nicht im Wasser zu bleiben: Es war seltsam undurchsichtig und auch der Boden voller spitzer Steine: Trotzdem ein schöner Ausblick!

Das Highlight der ganzen Tour waren wohl die Josephine Falls, wo es eine natürliche „Wasserrutsche“ gab: Um dort hochzukommen, mussten wir nachdem wir vom Ausgangspunkt ins Wasser sprangen ein kurzes Stück zu den Felsen hinschwimmen, uns dort langsam einen Weg hinauf bahnen und anschließend hinunterrutschen.

Es war wirklich eine tolle Erfahrung und hat echt Spaß gemacht, auch wenn ich im Wasser eine kurze Begegnung mit einem Blutegel an meinem Po machte: Zum Glück war er aber noch relativ klein und ich wurde schnell darauf hingewiesen, weshalb ich ihn ganz schnell entfernt hatte – angenehm war es trotzdem nicht :“D Zu guter Letzt waren wir bei einem größeren See, dem Lake Eacham, wo wir uns ans Ufer ins Gras legten und ein bisschen dösten: Der Guide erzählte uns von einem Süßwasserkrokodil, das anscheinend hier im See lebte und öfters gesichtet wurde – aber gesehen haben wir es selbst nicht. Richtig Ruhe hatte ich an dem Nachmittag dann jedoch eher nicht mehr, da ich kurzfristig für den nächsten Tag meine Tauchtour zum Great Barrier Reef buchen musste, und wegen des sehr schlechten Empfangs zehnmal hin und her telefonierte, bis alles erledigt war – etwas nervenaufreibend für mich, aber im Endeffekt ist alles gutgegangen, was mich auch schon zum nächsten Tag bringt: Die Tauchtour stand an! Diese Tour war eines der Dinge, auf die ich mich am allermeisten auf dem Eastcoasttrip freute, und als es dann morgens losging, war ich voller Vorfreude und auch Nervosität, da ich ziemlich lange nicht mehr tauchen war, vor allem nicht zusammen mit Menschen, die ich nicht kannte. Nachdem ich dann am Ankerpunkt das Tauchboot (eher ein kleines Schiff) gefunden hatte, dauerte es auch nicht mehr lange, bis wir ablegten.

Nach einem kleinen Introvideo wurden uns einige Dinge erklärt und gefragt, und die Leute in die Gruppen „Schnorchler“, „Introtaucher“ und „Zertifizierte Taucher“ sortiert. Zu meinem Überraschen befanden sich in meiner Gruppe, den zertifizierten Tauchern, nur ein Bruchteil der ganzen Leute auf dem Boot, was aber relativ gut war, da unser Dive Instructor so in Ruhe auf jeden eingehen konnte. Wir fuhren ungefähr zwei Stunden raus zu unserem ersten Spot am Great Barrier Reef – unglaublich, es war schwer für mich zu realisieren, was für ein Privileg mir da gerade widerfuhr, am berühmten Great Barrier Reef tauchen zu können! Während der Fahrt sonnte ich mich ein wenig auf dem Oberdeck und genoss den Fahrtwind, der um meine Nase wehte. Als das Schiff langsamer wurde, begaben sich alle Richtung Base Deck, und ich zog mir mit den anderen Tauchern die Neoprenanzüge über und bereitete mein Equipment vor. Den ersten von insgesamt drei Tauchgängen machte ich zusammen mit dem Dive Instructor und zwei anderen Tauchern, und meine anfängliche Sorge, nach so lannger Auszeit wieder zu tauchen, verschwand augenblicklich, als wir uns nach einem großen Ausfallschritt vom Boot weg im Wasser befanden. Bereits von der Oberfläche aus war die Vielfalt der Unterwasserlandschaft und seiner Bewohner zu erahnen, und als wir dann mit dem Abstieg begannen, wurde mir wieder klar, wie sehr ich das Tauchen vermisst hatte: Es hatte wirklich etwas ganz außergewöhnliches, Stück für Stück wortwörtlich in diese andere Welt einzutauchen, eine gewisse Ruhe erfasste mich und eine Art Friedlichkeit umgab diese Welt, so wie ich es von meiner gewohnten Umgebung nicht gewohnt war. Bereits beim Abtauchen wurden wir von regelrechten Fischsschwärmen begrüßt, deren Körper im einstrahlenden Sonnenlicht reflektierten und in verschiedensten Farben glAEnzten.


Nach und nach ließen wir die Schnorchler und die Introdiver hinter uns, und erreichten unsere angestrebte Maximaltiefe. Wir begannen, unseren Weg entlang eines Riffs zu machen, und ich konnte mich gar nicht sattsehen, an der Pracht und Vielfalt dieses Ökosystems.

Von White Tip Riffhaien über Batfish, Unicornfish und die riesigen Maori Wrasse, welche aufgrund ihres fehlenden Orientierungssinnes überall (des öfteren direkt über unseren Köpfen) auftauchten, sahen wir auch die süßen kleinen Anemonenfische, die Nemos, welche zwischen den Anemonen hin und her flitzten.



Auf einmal zeigte unser Dive Instructor auf etwas neben uns, und als ich meine Kopf drehte, sah ich einen Hammerhai, wie er in unsere Richtung schwamm, mit seinem signifikanten, hammerförmigen Kopf, dann aber blitzartig in eine andere Richtung davonschwamm, und in der Weite verschwand.

Unser Instructor machte neben uns fast kleine Freudensprünge (soweit dies unter Wasser möglich war), und erklärte uns auch nach dem Tauchgang mit einem breiten Grinsen, dass „Hammerheads“, so wie sie im englischen genannt werden, hier nicht oft anzutreffen seien, und wir extremes Glück hatten, da es sogar für ihn mit seinen täglichen Tauchgängen hier das allererste Mal gewesen sei, dass er dieses Tier gesehen hätte. Nach dem ersten Tauchgang war ich heilfroh, für kurze Zeit aus dem Neoprenanzug herauszukommen, und zu trocknen, war aber schon voller Vorfreude, was der zweite mit sich bringen würde. Nach kurzer Zeit kamen wir am zweiten Divespot an, und diesmal erkundete ich mit meinem Tauchbuddy zu zweit die Umgebung. Die Schönheit dieses Spots stand dem ersten in nichts nach, und bereits auf dem Weg nach unten begegneten wir zwei Schildkröten, welche majestätisch an uns vorbeiglitten.

Dieser Riffabschnitt war eher weitläufig, mit einigen Riffüberhängen, welche mal kleinere, mal größere Höhlendurchgänge und Wege bildeten. Auf halber Strecke schwammen wir unter so einem Überhang hindurch, welcher einen Weg zur anderen Seite des Riffs bot, und breit genug war, dass wir problemlos hindurchtauchen konnten. Es war atemberaubend, und hatte für mich etwas ganz eigenes. Selbst wenn ich alle Namen der Fische und Korallen wüsste, welche wir auf diesem Tauchgang sahen, wäre die Liste wahrscheinlich zu lang gewesen, um hier alle aufzuzählen: Dies lässt sich auch für den dritten Tauchgang sagen, insgesamt war es einfach ein unglaubliches Erlebnis, und hebt sich eindeutig von den Tauchgängen ab, die ich bereits in der Vergangenheit erlebt hatte.


Bedauerlicherweise verbrauchte mein Tauchbuddy seine Luft erheblich schneller als ich, und wir mussten an die Oberfche, sobald er an die 50 Bar Grenze kam (während ich beim letzten Tauchgang sogar noch knapp 100 Bar drauf hatte, als wir auftauchten), aber ich habe es sehr genossen und bin sehr glücklich, nach all diesen Jahren meinen Wunsch erfüllt zu haben, am Great Barrier Reef tauchen zu gehen. Als es dann abends wieder ins Hostel ging, war ich dann eigentlich für nichts mehr zu gebrauchen und genoss den Komfort meines Bettes. Am nächsten Tag stand eigentlich die Cape Tribulation Tour auf dem Programm, jedoch gewitterte es bereits die ganze Nacht hindurch, und als wir morgens aufwachten, kam auch noch starker Regen dazu – das und dass wir uns alle auch nicht besonders fit fühlten, veranlasste uns schlussendlich dazu, diese Tour zu canceln und uns einen wohlverdienten Ruhetag zu gönnen. Ruhetag beschreibt es eigentlich ganz gut, wir haben wirklich den ganzen Tag genutzt, wieder zu Kräften zu kommen, und einfach viel schlafen zu können – etwas, was wir in letzter Zeit erheblich vernachlässigt hatten. Dieser Abend war dann auch der letzte gemeinsame Abend unseres Trips – unglaublich, wie schnell die Zeit verging! Wir bummelten durch die schönen Straßen in Meeresnähe entlang, und genossen dann in einem Restaurant ein letztes gemeinsames Dinner, das unseren Trip dann nochmal gut abrundete. Früh am nächsten Morgen, dem Australia Day, flogen die Mädels zurück nach Sydney, wAehrend es für mich abends von Cairns fünf Stunden quer über den Kontinent nach Perth ging – Western Australia wartete, und ich war mehr als bereit, ein weiteres Kapitel meiner Australienreise anzugehen!
