27.01 – 03.02.2020
Im Flugzeug, in rund 12.000m Höhe auf dem Weg nach Perth wurde mir dann nochmal deutlich klar: Der erste große Roadtrip meiner Reise war nun vorbei. Die Eastcoast mit all den Touren, neuen Erlebnissen und Erfahrungen lag nun entgültig hinter mir.

Da ich die fünf Stunden im Flugzeug nicht gerade gut schlafen konnte, hatte ich nochmal genug Zeit, die letzten Wochen in Revue passieren zu lassen. Ein wenig wehmütig, jedoch mit großer Vorfreude sah ich meiner Zeit in Perth, und generell Westaustralien entgegen. Nach der Landung um Mitternacht hieß es erstmal, die Nacht am Airport zu verbringen: Check-in im Hostel war nämlich erst am kommenden Vormittag angesagt. Glücklicherweise lernte ich während des Fluges ein anderes Mädchen kennen, mit der ich bereits auf der Whitsundaytour auf demselben Katamaran war, und wir verbrachten diese Nacht zusammen. Am nächsten Morgen ging es dann voll bepackt in den Bus, welcher uns nach etwa dreißig Minuten Fahrtzeit bei unserer Unterkunft absetzte. Die kommenden Tage vergingen relativ schnell, wir erkundeten Perth, genossen das angenehme Wetter ohne die gewohnte lästige Luftfeuchtigkeit aus Cairns, und verbrachten so einige Abende im Kings Park, wo wir mit Aussicht auf die ganze Stadt picknickten und dabei die letzten Strahlen der untergehenden, goldroten Sonne genossen.



Ansonsten ließen wir es relativ ruhig angehen, nach etwa drei Tagen hatten wir den Großteil von Perth erkundet. Im Vergleich zu Australiens Metropole Sydney, meinem Zuhause für mehrere Monate, ist Perth ein überschaubares, aber schönes Fleckchen hier an der Westküste. Am Wochenende überzeugten wir uns dann von Perths Nightlife, und ehe ich mich versah war es beinahe Zeit, die Sachen zu packen: Der Westcoasttrip stand an! Ein Auto, vier Mädels und knapp zwei Wochen Zeit, die Westküste unsicher zu machen. Bevor dieses Adventure startete, stand jedoch noch ein großer Punkt auf der Liste: Rottnest Island! So richtig viel wusste ich nicht über die Insel vor Perth, bis auf eines: Dort heimisch waren die weltweit bekannten, süßen Quokkas: Kleine, braune Grinsebäckchen, welche nur auf Rottnest zuhause waren.

Früh morgens ging es dann los an den Hafen Perths bei Freemantle, wo uns die Rottnest Fähre übersetzen sollte. Nach einer etwa dreißigminütigen Fahrt legten wir an, und bei strahlendem Sonnenschein schnappten wir uns die Leihräder (samt Fahrradhelm, natürlich 😉 ) und schwangen uns auf den Sattel. Mit einem Inselplan in der Tasche machten wir uns auf den Weg.

Ich merkte besonders während der ersten zwanzig Minuten, wie lange ich nicht mehr Fahrrad gefahren bin, und wie sehr ich diese Art der Fortbewegung doch genoss. Wir hielten bereits fieberhaft Ausschau nach den Quokkas, wurde uns doch gesagt, wir würden sicher schnell welche zu Gesicht bekommen. Nach kurzer Zeit wurden wir bereits fündig: Gleich vier putzige Wesen hoppelten um einen Wasserspender an der Seite der Straße herum. Durch die Form ihres Gesichtchens erschien es wirklich so, als würden die Quokkas ein ständiges Lächeln drauf haben, und dies das erste Mal in echt zu sehen war wirklich schön. Wir versuchten uns daran, eines der typischen „Quokka-Selfies“ zu machen, was anfangs gar nicht so einfach war, wie erwartet. Nach einiger Zeit und kleiner Tricks (Wasser und kleine Buschzweige taten ihr übriges) kamen doch ein paar schöne Resultate dabei heraus.



Was uns während dessen auch das erste Mal auffiel, war die selten erwähnte Kehrseite der Quokkas: Von hinten betrachtet sahen sie mit ihrem Schwanz wirklich aus wie zu groß geratene Ratten :D.

Nach einiger Zeit machten wir uns dann auf den Weg: Weiter ging es auf unserer Inselerkundungstour. Next Stop: Longreach Bay!

Dort ließen wir am Strand erstmal alles in den Sand fallen und genossen das kühle Nass: Es war inzwischen nämlich ziemlich heiß geworden. Das Wasser war unglaublich klar und märchenhaft blau-türkis. Wir bräunten uns, ließen uns im Wasser treiben und genossen die Ruhe.
Nach einiger Zeit ging es dann wieder aufs Rad, und wir sahen kurz darauf unserer zweiten Begegnung mit den süßen, kleinen Inselbewohnern entgegen: Kurz vor unserem nächsten Stopp am Lighthouse fanden wir ein weiteres kleines Grüppchen am Straßenrand, und ließen uns von ihnen beschnuppern, bevor es dann weiterging.

Am Lighthouse füllten wir die Wasserflaschen auf und radelten quer durchs Inland der Insel weiter.
Während des Weges sahen wir uns einigen steileren Hügeln entgegen, welche wir uns aber tapfer mit unseren ächzenden Drahteseln hochkämpften. Der nächste Spot im Süden der Insel wartete schon: Porpoise Bay bei Parker’s Point.
Hier reihte sich wirklich ein türkise, menschenleere Bucht an die nächste.
Dasselbe Programm hier: Sonnen, ins Wasser hüpfen, treiben lassen, sonnen. Zwischendurch gab es mal eine Banane, mal einen Apfel, der das Ganze perfekt abrundete. Und an den kleinsten Ecken trafen wir auf Quokkas: Rückblickend betrachtet belächle ich unsere Befürchtungen, vielleicht keinen Quokkas zu begegnen, denn sie waren wirklich überall. Als wir Porpoise Bay verließen, war es bereits halb fünf, und dementsprechend sputeten wir uns, unsere Fähre zu erwischen, welche um 17:30 Uhr ablegte. Die Zeit verging im Nachhinein wie im Flug, und ich bin wirklich froh, mich dafür entschieden habe, Rottnest Island zu besuchen, da es am Anfang aufgrund der nicht geringen damit verbundenen Kosten nicht sicher war. Wie geschafft ich von diesem Tag war, wurde während der Fährenfahrt deutlich, die ich mit Kopf auf der Brust glatt verschlief. Den nächsten Tag hieß es packen, aussortieren, Kräfte sammeln: Denn den Morgen darauf begann die langersehnte Westcoast Tour! Von Perth bis hoch ins einsame Exmouth verlief diese Abenteuer, welchem ich einen eigenen Blogpost widmen werde.