28.12 – 30.12.2019:
Meine Zeit hier in Sydney nähert sich nun entgültig dem Ende, und richtig viel hatte ich für diese letzten Tage bis zu meiner Abreise eigentlich auch nicht mehr geplant gehabt. Doch, wie irgendwie alles hier in Australien, hat sich auch da wieder ganz spontan etwas geändert, beziehungsweise ergeben, und einen halben Tag später saß ich mit meiner Freundin im Auto auf den Weg zur bekannten Jervis Bay südlich von Sydney. Die Bay ist bekannt als weißester Sandstrand Australiens, und ist etwa drei Autostunden weg. Da ich mich schon mit dem Gedanken angefreundet hatte, diesen Ort nicht mehr zu sehen, war ich dementsprechend sehr aufgeregt. Außerdem tat es auch wirklich gut, mal aus Sydney rauszukommen. Wir waren nicht die einzigen, die an einem Samstag auf diese Idee kamen und an Hyams Bay, einem Teil von Jervis Bay angekommen, mussten wir feststellen, dass es doch relativ voll war. Außerdem war der Himmel aufgrund der bereits schon sehr lange andauerenden Buschfeuer ziemlich neblig, dunkel und generell einfach nur grau, sodass das Wasser leider auch eine ähnliche Farbe hatte. Trotzdem war es schön, und nachdem wir einige Zeit dort am Strand saßen, haben wir uns auf die Suche nach einem Schlafplatz (bzw. einen Platz, um das Auto gut abstellen zu können) gemacht.

Wir endeten dann an Huskisson Beach, wo wir aus dem Auto heraus einen superschönen Meerblick hatten.

Wir haben uns auf einem Tisch an einer Rasenfläche breit gemacht, und mit einem kleinen To-Go-Herd Nudeln mit Tomatensoße gekocht.

Dann sind wir hinten ins Auto geschlüpft und haben uns ins Bett gekuschelt. Die Lichterketten an der Autodecke haben wir auch angemacht, schöne Accoustic-Musik über die Box laufen lassen, und das dabei aufkommende Gefühl war wirklich unbeschreiblich schön. Alles war dunkel, die Lichterketten haben alles richtig gemütlich gemacht und mit der sanften Musik und dem Meeresrauschen habe ich geschlafen wie ein Baby.
Am nächsten Morgen sind wir schon früh aufgewacht, und sind mit dem Surfboard direkt ans Wasser. Leider gab es kaum Wellen, ein paar schöne Bilder waren dann aber auf jeden Fall drin 🙂


Anschließend haben wir uns einen schönen Platz gesucht und haben richtig gut gefrühstückt.

Da das Wetter über den Tag hinweg leider sehr windig und auch wolkig wurde, sind wir eher ein wenig in der Gegend herumgefahren und haben entspannt. Am nächsten Morgen wurden wir durch ein lautes Klopfen an der Autotür geweckt. Dazu muss man sagen, bei dem Platz wo wir unser Auto zum Schlafen abgestellt hatten, war jegliche Art von Bushcamping und auch Carcamping verboten, aber eigentlich macht es trotzdem jeder. Wir haben dann kurz mit dem Ranger gesprochen, der uns freundlich ermahnt hat, und dann zum Glück weitergegangen ist: Nochmal Glück gehabt. Morgens ging es dann auch direkt los, erstmal zu einer schönen Straße in der Nähe, wo wir ein paar Bilder gemacht haben.

Dazu haben wir auch das Surfboard rausgeholt, und aufs Dach des Autos gelegt. Long-Story-Short, wir haben uns dann wieder ins Auto gesetzt und sind losgedüst, während das Board noch lose auf dem Dach lag – typisch schusselig wie immer. Dass das Board fehlt, ist uns dann erst nach einer Viertelstunde aufgefallen, und obwohl wir die ganzen Straßen hoch und runtergefahren sind, lag es da nicht mehr. Dann gings los, wir sind zu zwei Police Offices gefahren und haben auch ein Suchblatt in einem Local Store dagelassen. Nach ein zwei Stunden Rumfahren und auch Plakat an der Straße aufhängen haben wir uns dann auf den Weg zurück Richtung Sydney gemacht, in der Hoffnung dass sich jemand meldet. In dieser Situation haben wir einmal mehr gemerkt, wie lieb und hilfsreich Australier sind, und konnten nur hoffen, dass sich jemand melden würde der das Board gefunden hatte. Auf dem Weg zurück Richtung Sydney wollten wir zwei Stopps einlegen, einmal bei der bekannten Sea Cliff Bridge, und danach bei den Figure 8 Pools im Royal Nationalpark. Als wir geparkt hatten und unten an der Sea Cliff standen, haben wir dann beschlossen, hochzuklettern, um die komplette Aussicht genießen zu können.

Der Weg hoch war wirklich eine ziemliche Kletter- und Hangelei, und an sich auch nicht ungefährlich, aber nach circa zwanzig Minuten waren wir dann oben- und es hat sich wirklich gelohnt. Ich habe noch nie eine Straßen/Brückenkonstruktion gesehen die sich so an die Landschaft geschmiegt hat wie die Sea Cliff Bridge, es war wirklich ein superschöner Anblick. Leider war es in der Ferne schon wieder waberig neblig von dem ganzen Rauch der Bushfires, aber ansonsten wirklich sehr schön!

Der Weg runter war sogar fast noch anspruchsvoller als Hoch, aber auch den haben wir gemeistert und sind dann weitergefahren Richtung Nationalpark. Nach einer ziemlich kurvenreichen Strecke sind wir auf dem Parking Lot des Nationalparks mitten im nirgendwo angekommen. Vom Parkplatz ging es dann circa 45 Minuten auf einem Wanderweg zu den Figure 8 Pools. Wir hatten einen Tag vorher die Gezeiten gegooglet, denn die Pools sind nur bei Ebbe erreichbar, da sie bei Flut unter dem Meeresspiegel liegen. Ich muss ehrlich zugeben, so schön die Strecke auch war, dieser Wanderweg hat es ziemlich in sich. Hoch und runter, kreuz und quer ging es dann durch Wald, über Hügel und Berge, am Strand entlang und zu guter Letzt über sehr viele große Steine zu den Pools.



Als wir ankamen, waren es bereits sehr viel weniger Leute und wir hatten sehr Glück, da wir dann auch schöne Bilder machen konnten. Die natürlichen Pools, die wie glatt in den Stein gemeißelte Achten aussehen, waren wirklich sehr schön, aber teilweise auch etwas tief, und drin schwimmen waren wir dann auch nur für die Bilder 😀



Nach circa anderthalb Stunden sind wir dann zurückgewandert, da die Flut nun langsam wieder kam. Der Weg zurück war sehr viel anspruchsvoller als hin, weil es mehr bergauf ging, und wir waren als wir dann beim Auto ankamen ziemlich fertig, aber stolz, dass wir es geschafft hatten. Natürlich hab ich mich (wie kann es auch anders sein) auch mehr als einmal hingelegt, aber ich schätze das war zu erwarten, wenn man nur in Flip Flops wandern geht: Ich hatte den Weg wirklich unterschätzt, aber es dennoch ohne festes Schuhwerk geschafft 🙂 Eigentlich wollten wir nach den Figure 8 Pools noch zum sogenannten Wedding Cake, ein weißer, sehr glatter und symmetrisch geformter Stein, der von seiner Form an eine riesige Torte erinnert – Leider wurde es aber schon schnell dunkel, und der Sprit war sogut wie leer, weshalb wir dann tanken waren und den Wedding Cake ausgelassen haben. Auf dem Rückweg habe ich dann auch auf dem Parkpatz von McDonalds meine erste Begegnung mit der in Australien bekannten Huntsman gemacht, eine große Spinne. Als wir geparkt hatten und aussteigen wollten, um uns ein Eis zu kaufen, hatte sie sich auf das Fenster der Fahrertür abgeseilt. Zum Glück habe ich nicht die größte Angst vor Spinnen, und habe sie dann mit einem Strohhalm weggeschnippst, aber so eine Spinne ist im Vergleich zu denen, die ich in Deutschland gewohnt bin, schon auf einem anderen Level.

Dann haben wir uns bei McDonalds etwas leckeres gegönnt und sind dann zu guter Letzt (sogar in einem Stück) wieder in Sydney angekommen. Dieser kleine Roadtrip war wirklich sehr schön, vor allem auch weil ich nicht mehr damit gerechnet habe, noch Jervis Bay und die Figure 8 Pools sehen zu können, bevor ich Sydney verlasse. Außerdem haben spontane Roadtrips sowieso was ganz eigenes aufregendes, und Alisa und ich haben uns wirklich super verstanden. Das war auch mein erstes Mal Carcamping, und ich habe diese neuen Erfahrungen die damit verbunden waren echt genossen und bin mega happy, sie mitnehmen zu können. Nun blicke ich voller Vorfreude auf meine großen bevorstehenden Reisen in den nächsten drei Monaten, die hoffentlich genauso schön – nein, bitte noch schöner werden!